Atelierbesuch

Zu Besuch bei Astrid und Monika Krömer

Über die Leidenschaft zur Kunst, die Mutter und Tochter verbindet

Julia Jungmann

27.01.21

Lesedauer: 

8

 min

In dieser Woche haben wir Astrid und Monika Krömer besucht. Schon seit 20 Jahren leben die beiden Künstlerinnen in Laboe - auch bekannt als die Sonnenseite der Kieler Förde. Die Liebe zu ihrer Heimat, dem schönen Norddeutschland, verbindet das Mutter-Tochter-Duo genauso wie die Leidenschaft zur Kunst. Beide sind ein eingespieltes Team, sei es in der Vorbereitung von Ausstellungen, oder wenn es darum geht, neue Inspiration zu schöpfen. Wir wünschen euch viel Freude beim Lesen!


Astrid, du bist Kinderbuchillustratorin, Autorin und Künstlerin. Du lebst deine Kreativität an vielen Stellen aus. An welchem Punkt in deinem Leben hast du gemerkt, dass du Künstlerin werden willst?


Das ist eine gute Frage. Schon früh war ich zusammen mit meiner Mutter kreativ. Als ich mich in der Schule für den Kunst Leistungskurs entschied, wusste ich schon, dass ich einmal etwas mit Kunst machen möchte. Meine Eltern haben das mit privatem Kunstunterricht gefördert, und so hatte ich gleich nach dem Abitur eine Mappe, mit der ich mich an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg bewerben konnte. Dort habe ich Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Kinderbuchillustration studiert. 20 Jahre lang habe ich für unterschiedliche Verlage Kinderbücher illustriert und auch eigene Geschichten geschrieben. Als unsere Kinder 5 und 7 Jahre alt waren, wurde ich von Nachbarn gefragt, ob ich nicht Kindern Malkurse geben möchte. Diese Arbeit nahm dann neben dem Illustrieren einen immer größeren Stellenwert ein. Anders als in der Illustration, in der ich nach Skizzen gearbeitet habe, kann ich in der großformatigen Malerei frei und unmittelbar auf Entstehendes reagieren, und dem Bild eine neue Richtung geben. Das hat mir für meine Kreativität wieder neue Freiheiten gegeben, die ich nicht mehr missen möchte.

Arbeitet ihr auch gemeinsam an Projekten oder werdet ihr auch zusammen in einem eurer Ateliers kreativ? 


Absolut! Wir haben schon mehrmals zusammen ausgestellt und helfen uns gegenseitig beim Aussuchen sowie Aufhängen der Bilder bei unseren Ausstellungen. Inzwischen wissen wir schon genau, wie das Auto gepackt werden muss, damit wir auch alle Bilder mitnehmen können, die wir für unsere Ausstellung brauchen. Je mehr Auswahl wir bei einem Ausstellungsaufbau haben, desto mehr Möglichkeiten haben wir, die Bilder spannend zusammenzustellen. Wir sind ein gut eingespieltes Team. Jeder arbeitet in seinem eigenen Atelier, aber wir geben uns gerne gegenseitig Korrekturen und Tipps. Außerdem haben wir in den letzten Jahren gemeinsam viele Wochenend-Workshops besucht, in denen wir neue und spannende Anregungen mitnehmen konnten.

Wie sieht ein perfekter Tag für euch im Atelier aus?

 

Monika: Ich genieße die Ruhe in meinem Atelier. Wenn alles stimmt (das bedeutet: gute Laune, Ideen im Kopf, eine große Leinwand und meine Acrylfarben) dann fallen mir die ersten Pinselstriche sehr leicht. Es arbeitet im Kopf und es passiert so viel. Das Bild entwickelt sich, ich bin voller Glück und Begeisterung! Emotionen spielen bei meinem Schaffensprozess eine wichtige Rolle. Das ist der perfekter Tag in meinem Atelier!


Astrid: Mein Tag ist perfekt, wenn keine anderen Aufgaben anstehen, außer den Tag mit dem Malen zu verbringen! Ich fülle mir meine Farbe auf die Palette, hole frisches Wasser, ziehe mir meine Malklamotten an und beginne auf einer neuen Leinwand zu malen. Dabei höre ich Musik und lasse die Farben fließen.

Stadt mit Toreingang

Monika Krömer

950,00 €

Bunte Stadt

Monika Krömer

1200,00 €

Stadt mit Kugelbäumen

Monika Krömer

900,00 €

Stadt mit Toreingang

Monika Krömer

950,00 €

Bunte Stadt

Monika Krömer

1200,00 €

In euren Werken finden sich oft die Ostsee-Küste, Segelschiffe und die Hansestädte wieder. Warum wählt ihr beide insbesondere Motive aus Norddeutschland? 


Monika: Wir haben viele Jahre lang in Wedel gelebt, Hamburg kenne ich daher sehr gut. Die wunderschöne Speicherstadt, die alten roten Backsteine haben mich schon immer inspiriert. Meine ersten Malereien 2004 hier in Laboe waren jedoch keine Segelschiffe, sondern Städte. Danach fing ich an, Segelschiffe, Häfen und Meeresbilder zu malen. 20 Jahre lebe ich jetzt schon hier, ich liebe diesen kleinen Ort an der Förde! Ich liebe den Norden, hier ist meine Heimat! 


Astrid: Vor 20 Jahren bin ich mit meiner Familie von Hamburg nach Laboe gezogen. Meine Eltern wohnten damals schon dort. Wir haben zusammen viel Zeit mit den Kindern am Strand verbracht und die Ostsee lieben gelernt. Wir gehen oft am Meer spazieren. So sind zahlreiche schöne Fotos entstanden. Gerne zeichne und male ich auch direkt vor Ort. Ich kann dann die entstandenen Bilder später auch als Inspiration für große Leinwände benutzen. Für unseren letzten Dänemarkurlaub habe ich mir extra eine Feldstaffelei gekauft und direkt am Strand gemalt, das hat super viel Spaß gemacht!


Von meinem Atelierfenster aus kann ich auch auf die Schwentine schauen. Dieser Blick ist ein Traum. Ich sehe ab und zu die Fähre, Segelschiffe oder einen Paddler vorbeifahren. Dann kommen mir immer direkt Ideen für neue Motive. Ich liebe die Landschaft hier, das Meer, den Strand und auch das manchmal sehr stürmische Wetter. Das alles gibt mir immer wieder neue Anregungen.


"20 Jahre lebe ich jetzt hier, ich liebe diesen kleinen Ort an der Förde! Ich liebe den Norden, hier ist meine Heimat!"


Monika, man sieht, dass du gerne mit verschiedenen Materialien arbeitest. Welche Materialien sind für dich unverzichtbar und was darf deiner Meinung nach in keinem Atelier fehlen?


Ich arbeite hauptsächlich mit Acrylfarben. Mit Kohle und Kreide gehe ich in meine Bilder hinein, um dann weitere Teile mit Acrylfarben wieder heraus zu holen. Mit unterschiedlichen Materialien drucke und kratze ich auch gerne auf und in die Schichten der Acrylfarbe. Manchmal benutze ich auch Ausschnitte aus Zeitungen und Zeitschriften, um sie einzukleben und arbeite mit Collagetechnik. In meiner Malerei kann ich auf Spachtel und Acrylfarbe nicht verzichten.


Astrid, die harmonischen Farbübergänge und leuchtende Farbpalette springen beim Betrachten deiner Werke direkt ins Auge. Welche Materialien nutzt du gerne? Und wie wählst du die Farbpalette aus? 


Auch ich male hauptsächlich mit Acrylfarben. Die weiße Leinwand grundiere ich zuerst mit den Grundfarben, die ich für das Bild vorgesehen habe. Dafür nehme ich viel Wasser und lasse die Farbe einfach fließen, drehe die Leinwand auch um, damit die Farbe in unterschiedliche Richtungen laufen kann. Wenn ich eine Vorzeichnung mache, benutze ich gerne Kohle. Teile der Zeichnung dürfen dann am Ende auch gerne noch zu sehen sein. Meine Farbpalette wähle ich für ein Bild nicht vorher konkret aus. Beim Malen dürfen gerne unvorhergesehene Farbklänge entstehen, auf die ich dann im Malprozess reagieren kann. Oft entstehen bei mir allerdings Bilder in Blau-, Ocker- und Orangetönen.

Das Jahr 2020 war nicht gerade einfach für die Kreativbranche. Was hat euch Corona gezeigt und wie seid ihr mit der Krise umgegangen?


Monika: 2020 war für mich eine Zeit ohne Ausstellungen. Ich habe die Zeit jedoch genutzt, um meine Bilder zu sortieren, zu fotografieren und zu katalogisieren. Jetzt habe ich einen guten Überblick und bin am überlegen, ob ich meine Werke nicht auch einmal z.B. an Firmen vermieten sollte. Außerdem habe ich meine Website aktualisiert und fast täglich etwas in meinen Instagram-Account gepostet. Der Kontakt darüber zu vielen netten anderen Künstler*innen und Interessierten hat mir viel Kraft gegeben und ist nach wie vor inspirierend. 


Astrid: Die Zeit des Lockdowns habe ich genutzt, um Werke für meine Ausstellung im September 2020 in Laboe zu malen. Ich bin sehr dankbar, dass diese Ausstellung stattfand. In der Zeit konnten viele Menschen zu der Ausstellung kommen, und ich habe viele inspirierende Gespräche geführt. Aber es sind auch Ausstellungsmöglichkeiten weggefallen. Zum Beispiel wollte ich mit meiner Mutter und meinem Mann, der auch Illustrator ist, einen Stand auf der Kunstmesse in Kiel in der Ostseehalle mieten. Die Messe wurde aber leider abgesagt. Umso wichtiger ist es, sich unterschiedliche Standbeine aufzubauen. Malkurse darf ich ja aktuell nicht geben, deshalb prüfe ich jetzt die Möglichkeit, Online-Kurse anzubieten. 2020 ist schon ein Acrylmalkurs in meinem Atelier entstanden, den man auf meiner Homepage finden kann.

Wie hat sich eure Arbeit in den vergangenen Jahren, insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung, verändert? 


Wir sind sehr dankbar, dass es die Möglichkeit gibt, die eigenen Bilder digital zu präsentieren. Überhaupt ist durch die Digitalisierung vieles einfacher geworden. Wenn ich (Astrid) daran denke, dass ich früher die Skizzen für die Illustrations-Aufträge immer per Post schicken musste. Heute kann ich meine Bilder fotografieren und direkt zum Auftraggeber schicken, um mir eine Rückmeldung zu holen. Außerdem ist es heute möglich geworden, Kunden durch unterschiedliche Social-Media-Kanäle auf sich aufmerksam zu machen. Dadurch konnte ich meine Bilder schon an Menschen verkaufen, die mich sonst nicht gefunden hätten. 


Picassy ist in unseren Augen eine neue, hochwertige Möglichkeit für Künstler*innen sichtbar zu werden. Es ist eine sympathische und stilvolle Plattform, die Künstler*innen mit ihren vielfältigen und unterschiedlichen Werken aus ganz Deutschland zeigt und uns sehr überzeugt. 

Der Weg

Astrid Krömer

1300,00 €

Kniepsand

Astrid Krömer

1200,00 €

Morgenlicht

Astrid Krömer

1200,00 €

Der Weg

Astrid Krömer

1300,00 €

Kniepsand

Astrid Krömer

1200,00 €

Wir danken Monika & Astrid für das Interview und wünschen beiden alles Gute für die Zukunft. Wir hoffen, dir als Leser*in hat dieses Format gefallen. Sollte dies der Fall sein, teile den Artikel gerne in den sozialen Netzwerken und gebe uns Feedback per E-Mail via info@picassy.de. Du bist Künstler*in und möchtest uns auch dein Atelier zeigen? Dann melde dich gerne ebenfalls bei uns!

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