Kunst und Design

Katrin Engl: Architektin und Innenarchitektin

Über das Zusammenspiel von Architektur und Kunst

Liana Balzer

19.08.2021

Lesedauer: 

4

 min

Sie lebt ihren Traum in ihrem kreativen Beruf als Architektin und Innenarchitektin aus - Katrin Engl gibt in diesem Magazin-Beitrag spannende Einblicke in ihre Arbeit und teilt hilfreiche Tipps. So verhelfen vor allem Moodboards dazu, ein harmonisches Einrichtungskonzept zu kreieren. Welche Rolle Kunst bei der Gestaltung eines Raumkonzeptes spielt erklärt Katrin in dem Interview.

Was hat dich inspiriert, Architektin und Innenarchitektin zu werden?

Architektur und Innenarchitektur haben auf mich schon immer eine große Faszination ausgeübt. Vor allem, weil der Tätigkeitsbereich des*der Architekt*in und des*der Innenarchitekt*in sehr interdisziplinär ist, wobei es neben gestalterischen, technischen und wirtschaftlichen Themen, letztendlich immer um das Gestalten von Räumen für Menschen geht. Zu sehen, welche Wirkung eine Raumgestaltung auf unser Wohlbefinden hat finde ich sehr spannend, weil wir uns schließlich etwa 90% unserer Zeit in Innenräumen aufhalten. Da man im Architekturstudium meistens nicht tiefer auf die Gestaltung der Innenräume eingeht, habe ich mich nach meinem Architekturstudium anschließend noch für einen Master der Innenarchitektur entschieden.

Wie läuft ein Projekt bei dir ab und hast du ein Lieblingsprojekt?

Da jedes Projekt individuell ist, ist es mir zuerst einmal wichtig die Bewohner*innen der Räume kennenzulernen und ihre persönlichen Bedürfnisse herauszufinden. Anschließend wird ein Einrichtungskonzept mit Farben, Materialien und Möbeln erstellt, bevor es dann in die genaue Planung und die Ausführung durch die einzelnen Gewerke geht. Da die Projekte sehr unterschiedlich sind, wie z.B. eine Arztpraxis, ein Hotel oder ein Privathaus, lassen sich meine Projekte schwer vergleichen. Daher fällt es mir schwer ein Lieblingsprojekt zu benennen. Aktuell arbeite ich an Entwürfen für verschiedene Minihäuser – auch ein sehr spannendes Thema, welches das Potenzial zu einem Lieblingsprojekt hat!

In deinem Blog Interiorwelt gibst du hilfreiche Tipps rund um das Thema Interiordesign. Was sind die 3 wichtigsten Punkte, die zu beachten sind, wenn man einen Raum neu einrichtet?

Als erstes sollte man sich ein Konzept überlegen, bevor man beginnt Möbel auszusuchen, oder in die Grundrissplanung einzusteigen. Diesen Schritt lassen viele aus und haben dann keinen klaren roten Faden, nach dem sich das Einrichtungskonzept richtet. Dafür hilft es sich zunächst etwas Inspiration zu holen, sei es in Zeitschriften, im Internet, z.B. in Sozialen Netzwerken, in der Natur oder auf Reisen.

Als zweites empfehle ich ein Moodboard zu erstellen, also eine Collage aus Bildern, Farben und Materialien, um dieses anschließend als Leitfaden für die Inneneinrichtung zu verwenden. Dabei sollte man sich auch Gedanken über die Wirkung von Farben machen, um sich in seinen Räumen anschließend auch wirklich wohlzufühlen. Hier kann es auch helfen, sich ein Thema oder einen Titel für das Gestaltungskonzept zu überlegen. So lässt sich die weitere Auswahl von Farben, Möbeln und Materialen wesentlich leichter treffen.

Drittens sollte man sich zwar Inspiration holen, aber trotzdem nicht den eigenen Stil vergessen und diesen immer mit in die Einrichtung integrieren. Dafür verwende ich zum Beispiel auch gerne eigene Fotografien oder Accessoires, die ich von meinen Reisen mitbringe. Nur so entsteht ein persönlicher und individuell gestalteter Raum.


Welche Rolle spielt deiner Meinung nach Kunst bei der Inneneinrichtung?


Kunst ist ein wichtiges Element bei der Gestaltung von Innenräumen und sollte bereits beim Erstellen des Entwurfs mit bedacht werden. Auch für Kunstwerke gilt, dass sie sich in das gesamte Farb- und Gestaltungskonzept einfügen sollten. In der Realität sieht das aus meiner Erfahrung leider oft anders aus. Hier wird die Gestaltung der Wände oft hinten angestellt und Kunstwerke erst im Nachhinein ausgewählt. So lange dann weiterhin auf das Farbkonzept und den Stil der Einrichtung geachtet wird, kann damit das Gesamtkonzept perfekt abgerundet werden. Besonders gut fügt sich ein Kunstwerk in einen Raum ein, wenn sich die Farben des Interieurs in den Werken wiederfinden lassen. Gerade in Hotels oder Büros werden häufig auch Kunstwerke verwendet, die einen Bezug zum jeweiligen Ort herstellen, sei es durch die umgebende Landschaft oder ein Thema, das man mit einer Stadt verbindet. Je nach Einrichtungsstil und Farbkonzept können dafür unterschiedliche Stilrichtungen eingesetzt werden, sowohl abstrakte, figurative oder impressionistische Kunstwerke können also ein Projekt perfekt ergänzen.

Was sind deine Lieblingsfarben und Textilien für 2021 und 2022?


Einige meiner aktuellen Lieblingstöne sind zurückhaltende entsättigte Farben, wie beispielsweise ein dezentes Salbeigrün. Durch einen gewissen Grauanteil in den Farben wirken diese sehr harmonisch und lassen sich gut mit schönen natürlichen Materialien und Textilien wie Holz, Ratten, Kork und Leinen kombinieren. Wenn es etwas bunter werden soll, lassen sich entsättigte Farben auch gut miteinander kombinieren, oder durch eine kräftige Komplementärfarbe ergänzen. Bei einem Salbeiton wäre das zum Beispiel ein intensiver Beerenton.

Welche Rolle spielt Kunst in deinem täglichen Leben? Wer ist dein Lieblingskünstler und was ist deine favorisierte Kunstströmung?

Ich denke Kunst ist für jede*n eine großartige Inspirationsquelle, besonders wenn man kreativ arbeitet. Auch in der Kunst geht es um Formen, Farben und Proportionen, da gibt es natürlich einige Parallelen zur Architektur und Innenarchitektur. Da ich Kunstwerke oft schon bei der Gestaltung eines Raumkonzepts und in meinen Moodboards als Inspiration verwende, fließt das Thema Kunst immer auch mit in meine Arbeit ein. Dadurch versuche ich meinen Bauherren zu vermitteln, wie wichtig Kunst für die Raumgestaltung ist. Für mich gibt es zu viele großartige Künstler*innen, um eine*n Lieblingskünstler*in zu benennen. Ich finde es vor allem spannend auch weniger bekannte und neue Künstler*innen zu entdecken. Persönlich finde ich sowohl den Impressionismus mit den oft hellen Farbpaletten, in denen die Eindrücke der Natur festgehalten wurden, als auch den Kubismus mit seinen klaren Formen und kräftigen Farben sehr inspirierend. Aber auch abstrakte Kunst mit wenigen Farben gefällt mir sehr gut und kann eine großartige Ergänzung zu verschiedenen Einrichtungsstilen sein.

Wir danken Katrin für das Interview und wünschen ihr alles Gute für die Zukunft. Wir hoffen, dir als Leser*in hat dieses Format gefallen. Sollte dies der Fall sein, teile den Artikel gerne in den sozialen Netzwerken und gebe uns Feedback per E-Mail via info@picassy.de. Du bist Künstler*in und möchtest uns auch dein Atelier zeigen? Dann melde dich gerne ebenfalls bei uns!

Mehr über Katrin erfahrt ihr hier auf ihrer Webseite.

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